Wie lange dauert Headhunting?
Das hängt unter anderem davon ab, wie schnell und entschlussfreudig das Unternehmen ist. Von unter einer Woche bis zu sechs Monaten war bei mir schon alles dabei.
Manchmal finde ich sehr schnell den richtigen Menschen. Bei anderen Positionen braucht es viele Gespräche, Empfehlungen und mehrere Anläufe.
Was tatsächlich einen großen Unterschied macht: Wie schnell reagiert das Unternehmen, wenn ein interessanter Kandidat da ist? Gute Kandidaten warten nicht unbedingt wochenlang auf eine Entscheidung.
Wann wird ein Headhunter bezahlt?
Bei mir wird das Honorar erst fällig, wenn der Kandidat seinen Arbeitsvertrag unterschrieben hat.
Ich arbeite grundsätzlich erfolgsorientiert.
Was passiert, wenn kein Kandidat gefunden wird?
Kein Kandidat, keine Rechnung von mir.
Wenn ich allerdings merke, dass eine Position unter den vereinbarten Bedingungen nicht zu besetzen ist, behalte ich mir vor, die Suche zu beenden.
Möchte das Unternehmen trotzdem, dass ich weitersuche, können wir für die weitere Suche eine Vorabzahlung vereinbaren.
Kann ein Headhunter Mitarbeiter eines Wettbewerbers ansprechen?
Selbstverständlich. Gerade dort sitzen schließlich häufig die Menschen mit der Erfahrung, die gesucht wird.
Manchmal bekomme ich von meinen Auftraggebern allerdings sogenannte Sperrkunden genannt. Das können beispielsweise Unternehmen sein, mit denen man eng oder freundschaftlich verbunden ist oder für die man selbst arbeitet. Dort spreche ich dann selbstverständlich niemanden an.
Kann eine Personalsuche vertraulich durchgeführt werden?
In jedem Fall. Gerade wenn eine Position neu besetzt werden soll und der derzeitige Stelleninhaber noch nichts davon weiß, ist Vertraulichkeit wichtig.
Ich nenne den Namen meines Auftraggebers deshalb nicht zwingend beim ersten Kontakt. Ich lasse einen Kandidaten aber auch nicht ewig im Unklaren. Spätestens wenn er mir seinen Lebenslauf schickt und wir konkret über die Position sprechen, erfährt er, wer sein mögliches Gegenüber ist.
Vertraulichkeit funktioniert schließlich in beide Richtungen.
Muss der aktuelle Stelleninhaber von der Suche wissen?
Nein.
Ich hatte sogar einmal den Fall, dass sich der Stelleninhaber unabhängig von meinem Auftrag bei mir gemeldet hat, weil auch er gerne vermittelt werden wollte. Da waren offenbar beide Seiten nicht mehr so richtig happy.
Wie werden Kandidaten angesprochen?
Persönlich und direkt.
Ich identifiziere Menschen, deren Erfahrung zur Position passen könnte, und nehme Kontakt mit ihnen auf. Dabei geht es zunächst nicht darum, jemandem mit Gewalt einen neuen Job zu verkaufen.
Ich möchte herausfinden, ob derjenige grundsätzlich offen für eine Veränderung ist und was passieren müsste, damit ein Wechsel überhaupt interessant wäre.
Sehr viele der Menschen, die ich anspreche, suchen gerade keinen neuen Job, können aber begeistert werden. Und genau darum geht es beim Headhunting.
Was ist der Unterschied zwischen Headhunting und Personalvermittlung?
Die Begriffe werden heute ziemlich unterschiedlich verwendet. Für meine Arbeit ist der entscheidende Punkt die aktive Suche und Direktansprache.
Ich warte nicht darauf, dass sich geeignete Kandidaten auf eine Stellenanzeige bewerben. Ich identifiziere Menschen, die zur Position passen könnten, und spreche sie direkt an.
Der passende Kandidat sitzt nämlich sehr häufig gerade zufrieden oder zumindest halbwegs zufrieden bei einem anderen Unternehmen.
Wie hoch ist das Honorar eines Headhunters?
Berechnungsgrundlage ist das Einkommen, das der Mitarbeiter bei 100 % Zielerreichung innerhalb eines Jahres verdient. Bei besonders hoch dotierten Positionen vereinbare ich einen Höchstbetrag.
Zusätzliche Such- oder Verwaltungskosten gibt es bei mir nicht.
Was passiert, wenn der Kandidat die Stelle nicht antritt?
Dann suche ich neu.
Tritt ein von mir vermittelter Kandidat die vereinbarte Stelle nicht an, lasse ich meinen Auftraggeber damit nicht allein. Ich nehme die Suche wieder auf und suche kostenfrei nach einem Ersatz.
Was passiert, wenn der Kandidat im Probemonat kündigt?
Beendet der vermittelte Mitarbeiter das Dienstverhältnis innerhalb des Probemonats auf eigenen Wunsch, biete ich eine kostenfreie Nachbesetzung an.
Kann ein österreichisches Unternehmen Kandidaten in Deutschland suchen?
Natürlich. Und gerade für österreichische Unternehmen kann das ausgesprochen sinnvoll sein.
Ich habe fast 25 Jahre in Deutschland gearbeitet und suche deshalb für meine österreichischen Auftraggeber ganz bewusst auch auf dem deutschen Markt.
Überraschenderweise ist es manchmal einfacher, jemanden aus Deutschland für einen Umzug nach Österreich zu begeistern, als jemanden in Kärnten vom einen Tal ins nächste zu bekommen.
Sucht ein Headhunter nur in Österreich?
Nein.
Ich suche dort, wo ich geeignete Menschen finden kann – in Österreich und Deutschland, aber je nach Position auch in anderen Ländern.
Wir haben insgesamt zu wenig Fachkräfte. Ich bin deshalb nicht besonders begeistert von der Vorstellung, dass österreichische Unternehmen sich gegenseitig immer wieder dieselben Mitarbeiter abwerben und damit nebenbei die Gehälter in immer höhere Regionen treiben.
Gerade bei Positionen, bei denen perfekte Deutschkenntnisse nicht zwingend notwendig sind, öffnet die internationale Suche einen erheblich größeren Kandidatenmarkt.
Welche Positionen kann ein Headhunter besetzen?
Im Grunde jede Position, zu deren Kandidatenmarkt er einen vernünftigen Zugang hat. Und genau deshalb behaupte ich nicht, alles gleich gut zu können.
Blue Collar ist beispielsweise nicht mein Feld. Bei Steuerberatern bin ich einmal fürchterlich gescheitert. Auch bei Bauleitern tue ich mir schwer, weil ich schlicht zu wenig über diesen Markt weiß.
Dafür habe ich bereits sehr unterschiedliche Fach- und Führungspositionen besetzt – vom CFO über Programmierer, Techniker, Einkäufer und Projektleiter bis hin zum Vertrieb.
Vertrieb ist und bleibt mein Lieblingsfeld. Erstaunlicherweise liegen mir aber auch viele technische Positionen sehr gut.
Und sobald für eine Position nicht zwingend sehr gute Deutschkenntnisse notwendig sind, wird es für mich besonders interessant. Dann können wir die Suche international öffnen – und plötzlich wird aus einem sehr kleinen Kandidatenmarkt ein ziemlich großer.
Kann ich einen Headhunter beauftragen, obwohl die Stelle noch besetzt ist?
Selbstverständlich. Genau das wird regelmäßig gemacht.
Vielleicht soll noch keine Stellenanzeige veröffentlicht werden. Vielleicht möchte das Unternehmen zunächst den Markt sondieren. Oder man weiß selbst noch nicht, ob sich überhaupt jemand finden lässt, der für die Position geeigneter wäre.
In solchen Fällen kann ich zunächst vertraulich suchen und geeignete Kandidaten ansprechen, ohne den Namen meines Auftraggebers sofort offenzulegen.
Muss ich einen Headhunter exklusiv beauftragen?
Nein. Ich halte es allerdings für sehr sinnvoll.
Denn mit der Art, wie eine Position am Markt angeboten wird, entscheidet ein Unternehmen auch darüber, wie es nach außen wahrgenommen wird. Wenn mehrere Personalberater gleichzeitig dieselben Menschen wegen derselben Position kontaktieren, wirkt das schnell beliebig. Und Vertraulichkeit wird schwieriger.
Ich kenne einen Mitbewerber, der CFO-Positionen auf Willhaben sucht und Anrufern sehr großzügig erzählt, um welches Unternehmen es geht. Dumm nur, wenn der aktuelle Stelleninhaber anruft.
Gerade bei vertraulichen oder hochrangigen Positionen sollte deshalb ziemlich klar sein, wer die Suche führt, wen man anspricht und welche Informationen nach außen gehen.
Was braucht ein Headhunter vom Unternehmen, bevor die Suche beginnt?
Das absolute Minimum sind die fachlichen Anforderungen und eine realistische Gehaltsspanne. Der Königsweg ist aber etwas anderes.
Ich möchte wissen:
- Was macht euch als Arbeitgeber gut – und was macht euch herausfordernd?
- Warum ist der Vorgänger gegangen? Oder warum wurde er gekündigt?
- Was für ein Mensch ist die Führungskraft? Wie wird geführt und kommuniziert?
- Wo liegen die Dinge, die einem neuen Mitarbeiter möglicherweise auf die Nerven gehen werden?
Ich spreche mit meinen Kandidaten sehr ehrlich und halte auch mit den Herausforderungen nicht hinter dem Berg. Wenn eine Führungskraft temperamentvoll ist, sollte ein Kandidat das wissen. Kommuniziert jemand sehr sachlich, direkt und wenig emotional, ist auch das eine wichtige Information.
Ich bin immer wieder überrascht, wie gelassen Kandidaten auf solche Dinge reagieren. Aber manche sagen eben auch sofort: Nein, das kommt für mich nicht infrage. Perfekt. Dann wissen wir es, bevor beide Seiten sehr viel Zeit investieren.
Es lohnt sich nicht, eine Position oder ein Unternehmen schöner zu verkaufen, als es ist. Vielleicht bekommen wir damit einen Kandidaten durch die Vertragsunterschrift. Aber mittelfristig passt es trotzdem nicht. Und dann haben alle verloren.
Lohnt sich ein Headhunter für mittelständische Unternehmen?
Das kommt darauf an.
Wenn im Unternehmen jemand ausreichend Zeit, Erfahrung, Netzwerk und Lust auf Direktansprache hat, kann man selbstverständlich selbst suchen.
Jemanden zu finden, ist allerdings schnell eine Vollzeitaufgabe. Ich sitze teilweise wochenlang an einer einzigen Position, recherchiere, spreche Menschen an, führe Gespräche, verwerfe Kandidaten und suche weiter.
Und gerade Menschen, die selbst gar nicht auf Jobsuche sind, erreicht eine Stellenanzeige nun einmal nicht. Wenn genau diese Menschen für eine Position interessant sind, kann sich ein Headhunter sehr schnell lohnen.
Noch Fragen offen?
Lass uns direkt darüber sprechen, wie eine passgenaue Suche für deine Vakanz aussehen kann.