Ich wollte mal Krankenschwester werden.
Nicht, weil mich das sonderlich interessiert hätte. Es war mehr so, dass das damals alle werden wollten und ich dachte, das wäre ja auch ganz gut bezahlt. Also könnte ich das doch auch machen.
Zu meinem Glück wurde ich nicht genommen. Ernsthaft. Ich würde das vielleicht heute noch machen.
Stattdessen habe ich eine vierjährige Ausbildung zur staatlich anerkannten Familienpflegerin gemacht. Was mir noch weniger gut gefallen hat. Nach zehn Jahren habe ich den Beruf hingeworfen. Ohne etwas Neues zu haben.
Ich wusste nur: Wenn ich vorher etwas Neues suche, bleibe ich am Ende doch wieder da. Also musste ich mich zu einer Veränderung zwingen. Hat funktioniert.
Von der Familienpflegerin zur Autoverkäuferin
Ich wurde zertifizierte Autoverkäuferin. Und war die Zweitbeste in unserem Haus. Damit hatte ich etwas gefunden, das mir wirklich lag: Vertrieb.
Menschen ansprechen. Zuhören. Herausfinden, was sie wollen. Sie begeistern. Und ihnen etwas verkaufen, das zu ihnen passt und das sie freut.
Danach wurde ich Mediaberaterin für Radio, TV und Print. Wieder Vertrieb. Nun mit etwas, was nicht mal greifbar ist. Werbung. Airtime. Radio war cool. Print schon damals unsäglich. Und ich blieb im Vertrieb. Insgesamt inzwischen rund 30 Jahre.
Nebenbei habe ich immer wieder Ausbildungen gemacht, mich weiterqualifiziert, Trainings besucht und Coachings absolviert. So viel gelernt. Erfreulicherweise lerne ich aber echt gern. Irgendwann wurde ich selbst Coach und Trainerin.
Und dann wurde ich Führungskraft
Zeitweise habe ich ein Team von mehr als 30 Vertrieblern geführt. Das war zu viel. Dazu kamen ein Innendienst und ein Telefonteam. Nochmal 15 Mitarbeiter. Das war erst recht zu viel. Aber irgendwie ging es. Und ich habe viel gelernt.
Zum Beispiel, wie einsam man als Führungskraft sein kann. Wie plötzlich alle deine Witze wahnsinnig lustig sind.
Mehrere Jahre habe ich anschließend für eine Unternehmensberatung gearbeitet und Beratungsaufträge verkauft. Das war tatsächlich sehr viel spannender als erwartet. So viele Themen, die Unternehmen haben können.
Und dann kam Corona.
„Ich würde alles exakt noch einmal so machen.“
Plötzlich durfte keiner mehr vor die Tür. Und mein bester Freund Peter starb. Seine letzte Nachricht an mich war:
„Ich hatte ein so schönes Leben. Ich würde alles exakt noch einmal so machen.“
Und ich habe mich gefragt, ob ich das auch sagen könnte. Nope. Konnte ich nicht.
Ich wollte nicht in Nürnberg leben, wo ich damals gerade war. Und ich wollte einen anderen Job. Dann fragte mich jemand, ob ich nicht Headhunterin werden möchte. Wollte ich nicht. Ich wollte nicht schon wieder etwas Neues anfangen. Aber ich hatte ohnehin nichts zu tun. Corona hatte ja alles auf Ende gestellt.
Also habe ich es versucht. Und festgestellt: Ich kann das sogar ziemlich gut.
Warum mir all die Umwege heute helfen
Beim Headhunting geht es nicht darum, einen Lebenslauf auf eine Stellenbeschreibung zu legen und Wörter zu vergleichen. Es geht um echte Passung.
Kein Schönreden, sondern klare Worte und Transparenz auf beiden Seiten des Tischs.
Ich habe unterschiedlichste Branchen von innen kennengelernt – das schafft tiefes Verständnis für Unternehmenskulturen.
Dass ich selbst Teams geführt habe und Vertrieb durch und durch kenne, macht die Einschätzung von Kandidaten präzise.
Jahrelange Begleitung von Menschen bei Veränderungen hilft mir zu verstehen, was Wechselwillige wirklich bewegt.
Ich möchte wissen, warum jemand bleibt oder wechselt. Was jemand braucht, um hervorragend zu arbeiten – und warum man in einem Unternehmen aufblüht und im nächsten untergeht.
Und dann kam Transylvanien
Irgendwann habe ich auch noch den kleinen Schritt Richtung Transylvanien gewagt. Corona hatte Bewerbungsprozesse ohnehin nachhaltig verändert. Gespräche fanden plötzlich selbstverständlich virtuell statt. Und damit war es irgendwann ziemlich gleichgültig, ob ich von Nürnberg, Kärnten oder aus einem kleinen Dorf in Transylvanien telefoniere.
Heute liegt mein Lebensmittelpunkt überwiegend hier. Meine Auftraggeber sitzen vor allem in Österreich und Deutschland. Mein Schwerpunkt liegt in Kärnten, der Steiermark und Salzburg, häufig im industriellen und technischen Umfeld und im Maschinenbau. Aber auch im Sozialbereich habe ich schon erfolgreich besetzt.
Ich suche Fach- und Führungskräfte – in Österreich, Deutschland und, wenn es für eine Position sinnvoll ist, auch darüber hinaus.
"Peter wäre vermutlich stolz auf mich. Und würde gleichzeitig sagen: ‚Süße, du hast 'nen Knall.‘ Damit hätte er wahrscheinlich recht."
Ob ich irgendwann auch sagen kann, dass ich alles exakt noch einmal so machen würde? Keine Ahnung. Aber ich arbeite dran.
Sandra Kohlweg auf einen Blick
Headhunterin, Recruiterin, Unternehmerin
Kohlweg Recruiting & Coaching
Headhunting, Direktansprache sowie Vermittlung von Fach- und Führungskräften
Schwerpunkt Industrie, Maschinenbau und technische Positionen sowie Vertrieb; Erfahrung auch im Sozialbereich und weiteren Branchen
Vom CFO über Projektleitung, Einkauf, Technik und IT bis Vertrieb und Führungskräfte
Österreich und Deutschland, insbesondere Kärnten, Steiermark und Salzburg; bei geeigneten Positionen internationale Suche
Rund 30 Jahre Vertriebserfahrung, außerdem Führung, Coaching, Training und Unternehmensberatung
Führung von Vertriebs-, Innen- und Telefonteams mit insgesamt mehr als 40 Mitarbeitenden
Fast 25 Jahre beruflich in Deutschland tätig
Persönliche Direktansprache, vertrauliche Suche, internationales Netzwerk und erfolgsorientierte Vermittlung
20 % des Jahresbruttogehalts bei einer Position, 15 % ab zwei Positionen für dasselbe Unternehmen
Rechnung erst bei erfolgreicher Vertragsunterzeichnung; grundsätzlich kein Kandidat = kein Honorar
Transylvanien, Rumänien
Österreich, Deutschland und – wenn sinnvoll – darüber hinaus